Beruf

Auf in die Selbständigkeit!

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Ob im Studium, Beruf oder in Ehrenämtern: Schon früh möchte Natascha Berger die Gesellschaft im Kleinen verändern. Kürzlich gründete sie neben ihrer wissenschaftlichen Tätigkeit ein
gemeinnütziges Unternehmen.

Natascha Berger lebt genau das aus, wofür sie steht. Die 31-Jährige Erziehungswissenschaftlerin und ehemalige Kita-Fachkraft arbeitet drei Tage die Woche als Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Pädagogik der Universität Koblenz-Landau. Dort gibt sie Seminare im Bereich Forschung und Entwicklung in Organisationen. Zwei Tage die Woche arbeitet sie für die gemeinnützige Unternehmergesellschaft „Wandelwärts“ – das Unternehmen im Bereich der Frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung gründete sie kurzerhand selbst, Hand in Hand mit einer Mitgründerin aus dem Bildungsbereich.

Anpacken und verändern
„In Deutschland erhalten pädagogische Fachkräfte und Leitungen im Kindergarten im Feld
der frühkindlichen Bildung zuweilen einen schlechten Zugang zu fachlicher Qualifizierung“, sagt Berger nachdrücklich. „Dabei wird in Kindertageseinrichtungen unheimlich wichtige Arbeit geleistet. Leider sind Angebote zur Stärkung und Reflexion der eigenen Rolle oft zu kosten- und zeitintensiv.“ In diesem Feld bietet ihr Unternehmen nun drei Tools für Leitungs- und Fachkräfte aus Einrichtungen der Frühen Bildung an: Preisgünstige Coachings für weit unter 150 Euro, individuelle Fortbildungen und bald eine eigene berufliche Plattform ähnlich Facebook, nur datenschutzrechtlich einwandfrei und zielgruppenorientiert. Bei den Leitungscoachings geht es zum Beispiel um Hilfe zur Selbsthilfe. „Die Menschen bringen genügend Fähigkeiten mit, um unter
Anleitung besser mit Veränderungen, Zeitmanagement oder Selbstregulation umzugehen.”
In der Frühkindlichen Bildung fasst Natascha Berger früh Fuß, den Bereich kennt und liebt
sie bis heute. Dafür studiert sie Erziehungswissenschaften und Soziologie an der Johannes
Gutenberg-Universität Mainz, wechselt für den Master zur Universität zu Köln und arbeitet von Anfang an studiumsbegleitend, zumeist in der Kinder-und Jugendhilfe. >> vollständiger Artikel erschienen im WILA Arbeitsmarkt 04/2022

„Tanzen wird nicht aus der Mode kommen“

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In einer Zeit, in der die drohende zweite Welle der Corona-Pandemie viele andere gesellschaftliche und politische Themen überlagert, kämpft Clubbesitzer Dirk Bamberger ums berufliche Überleben.

Dirk Bamberger wirkt gefasst. Und das, obwohl die Corona-Pandemie ihn und seine 450 Mitarbeiter inzwischen vor eine schier unbewältigbare Situation gestellt hat. Seit Beginn der Corona-Krise stehen Clubs und Diskotheken unter Generalverdacht. Wie Abstandsregeln einhalten, wenn nicht nur wummernde Bässe, sondern auch Aerosole und Schweißtropfen zwischen eng zappelnden Menschen umherfliegen? Eine berufliche Sackgasse für den im schwäbischen Balingen heimischen Clubbesitzer. Als sich die Katastrophe Ende Februar in Italien ankündigte, ging die Clubsaison gerade erst los. „März, April und Mai sind normalerweise gute Monate bei uns in der Szene“, erklärt der 55-Jährige und meint die kollektive Tanzfreude, die jeden Frühling ins Bewusstsein drängt und zu großem Publikum und entsprechenden Einnahmen führt.

Doch daraus wurde nichts. Schon damals ließ sich Ungutes erahnen. Aber die Wucht der Krise traf Bamberger als Besitzer mehrerer Bars und Clubs in verschiedenen Städten in Baden-Württemberg dennoch überaus hart. „Wir hatten am 7. März zum letzten Mal geöffnet.“ In diesem kurzen Satz schwingt für Bamberger die neue Realität der Verzweiflung mit. Denn der Alltag mit Corona zwingt zu völlig neuen Konzepten, weil das Virus vor allem in dicht gedrängten, kleinen Räumen greift. So ist es vom Anbrüllen auf der Tanzfläche zur Infektion nicht weit. Das weiß auch die Clubszene.

„Die Menschen wollen sich weiterhin treffen“

„Unserer Meinung nach kann man junge Leute nicht monatelang einsperren“, ist Bamberger sicher. Als Bars und Clubs dicht machten, trafen sich Jugendliche und junge Erwachsene stattdessen an Baggerseen, in Parks oder Bädern. Allerorten sehnte man sich nach wenigstens ein bisschen Alltag zurück und gab der Macht der Gewohnheit nach. Darum, glaubt Bamberger, werde der Drang, in großen Gruppen zu feiern, auch nicht abebben: „Die Menschen werden sich weiter treffen wollen – nur leider in nicht konzessionierten Innenräumen und nicht kontrolliert.“

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Die Tücken der „Freiheit“

Vertrauensarbeitszeit geht nur mit mehr Lebensqualität einher, wenn Arbeitnehmer*innen ausreichend Selbstorganisation zeigen. Und Arbeitgeber*innen die Arbeitszeit lückenlos erfassen.

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Arbeitsfreie Zeit bedeutet Ruhezeit. Vertrauensarbeitszeit verlangt, dass man sich selbst genügend Pausen zugesteht.

Bei Anstalten öffentlichen Rechts scheint die Vertrauensarbeitszeit (VAZ) im Homeoffice gut zu funktionieren, weil Mehrarbeit häufig gut geschrieben und angeordnete Überstunden ausbezahlt werden.

Doch die aktuelle Studie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) zeigt, dass selbst bei guten Vertrauensmodellen viele Beschäftigte Überstunden anhäufen – und längst nicht bei jedem Arbeitgeber Mehrarbeit erfasst wird. Das Ergebnis der Auswertung vom Oktober 2021: „Beschäftigte, deren Arbeitszeit erfasst wird, berichten deutlich seltener über zeitliche Entgrenzung. Zudem verfügen sie über eine größere zeitliche Flexibilität.“ Der Studie zufolge wurde Mehrarbeit bei 8.400 abhängig Beschäftigten im Homeoffice nur zu 66 Prozent erfasst. Ebenso wurde öfter über Pausenausfall, Überstunden, fehlende Zeitreserven, weniger Ruhezeit und schlechtere Work-Life-Balance geklagt.

Das Credo der Bundesanstalt: Zeitkontrollen sind nur auf den ersten Blick der Feind der Arbeitnehmer*innen. Sie sind auch Chance für gesünderes Arbeiten.

WILA Arbeitsmarkt, E-Paper Nr. 21/50 S. 164
Flexibel und doch unter druck

Ein klarer Vorteil für Arbeitnehmer*innen mit VAZ ist die „Zeitsouveränität“. Es zählt nicht Anwesenheit, sondern die erledigte Aufgabe. Das ermöglicht höchste Freiheit und Flexibilität. Ruft der Kindergarten an, können Mitarbeiter*innen frei nehmen. Werden selbstbestimmte Arbeit und Homeoffice kombiniert, kommt das besonders Eltern zugute, um Job und Kinderbetreuung besser „unter einen Hut“ zu bringen. Schnell kann jedoch die Belastung bei solchen Modellen Überhand nehmen. Gerade wenn Überstunden nicht erfasst werden, vernachlässigen sogenannte „Workaholics“ und Pflichtbewusste ihre Erholung. Das Modell „Vertrauensarbeitszeit“ zeigt sich mitnichten ideal, wenn es zur Verschleierung ausufernder Arbeitszeit dient. >> Artikel lesen

Keine einsamen Inseln

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Es ist ein sonniger Mittwochvormittag, ein warmes Aprillüftchen weht durch die kurzen Bäume am Rathaus in Berlin-Neukölln. In der Rathausvorhalle haben sich fünf Menschen zum Europawahlkampf versammelt. Doch wer Wimpel, Flyer, Kugelschreiber und Sonnenschirme erwartet hat, wird enttäuscht. Ein junger Mann mit Lockenkopf hält ein Schild mit der Aufschrift „Green New Deal“ eher wie ein Willkommensschild als wie ein Wahlplakat in die Höhe. Denn heute gehen die Wahlkämpfer der Bewegung DiEM25 nicht auf die Straße zum Stimmenfang, heute kommen die (potentiellen) Wähler zu ihnen, um sich bei der Registrierung helfen zu lassen. Die Aktion ist Teil der Kampagne Register-to-Vote. Bei den Wahlen zum Europäischen Parlament dürfen nämlich auch EU-Ausländer wählen, sie müssen sich dazu allerdings an ihrem Wohnort im Wählerverzeichnis registrieren lassen.

Als No-name-Partei für Wähler interessant zu sein, sei nicht leicht, sagt Joanna Bronowicka, die in Berlin die Kampagne Register-to-Vote betreut: „Wir sind eine junge Partei und haben keine großen Ressourcen für einen großen Auftritt. Aber wir tun, was wir tun können.“ Zielwähler von Demokratie in Europa, dem deutschen Wahlflügel von DiEM25, seien die vier Millionen EU-Bürger in Deutschland ebenso wie Erst-, Nicht-und Nicht-Mehr-Wähler. Sie konzentriere sich mit ihren politischen Freunden in Deutschland „auf die vielen jungen Menschen, die an ein grünes, soziales und fortschrittliches Europa glauben“, so Joanna. Sie sei überzeugt, dass es in der Hauptstadt zahlreiche Menschen gebe, die die Hoffnung auf ein Europa, dessen Länder eine gemeinsame linke Politik für die Umwelt, die sozial Schwachen und für Minderheiten macht, noch nicht verloren haben.  >> Artikel lesen

Health-Experte überzeugt: „Apotheken müssen digitaler werden“

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Viele Apotheken seien sich aber noch nicht bewusst, dass digital sein nicht nur bedeutet, Onlinewerbung zu schalten. „Ein Punkt, bei dem Apotheken allerdings noch besser werden können, ist der stärkere Einsatz digitaler Tools im Alltag“, findet der approbierte Apotheker und fügt hierzu ein gutes Beispiel ins Feld: „Etwa eine Beratungssoftware zum Thema Unverträglichkeiten, die gezielt in einer Apotheke eingesetzt wird“.2 Häufig würden sich betroffene Patienten dank eigener Recherche bereits selbst gut bei Unverträglichkeiten auskennen. Glänze ein Mitarbeiter vor einem solchen Patienten mit Halbwissen, hinterließe dies jedoch einen schlechten Eindruck.

„Digitale Software kann Apothekenmitarbeiter perfekt ergänzen“

„Hier können Software und Künstliche Intelligenz helfen, apothekerliches Fachwissen zu untermauern“, ergänzt der Start-Up-Unternehmer.3 Auch dass im Rahmen der Digitalisierung die Arbeitsplätze in Vor-Ort-Apotheken sinken, glaubt Maximilian Wilke nicht: „Im Gegenteil – ich bin überzeugt, dass die Arbeitsplätze in Apotheken mit fortschreitender Digitalisierung eher noch steigen. Die Menschen suchen in einer zusehends anonymeren Digitalwelt Kontakte zu empathischen Fachpersonen“, betont er.4 Kunden bevorzugten nach wie vor leibhaftige Menschen anstelle von Programmen. >> Artikel lesen

Fortsetzung des Interviews bei Israelnetz.com

Ist Frieden messbar?

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In Nordirland droht der Brexit alte Wunden wieder aufzureißen. Die Historikerin und Friedensforscherin Dr. Corinna Hauswedell, Leiterin des Think Tanks Conflict Analysis and Dialogue (CoAD) in Bonn, wünscht sich, dass die Interessen und Identitäten der Bevölkerung im politischen Dialog ernster genommen werden. Maria Köpf hat mit ihr über Frieden und die Fähigkeit gesprochen, Kontrahenten aus internationalen Gewaltkonflikten an einen Tisch zu bringen.   >>Artikel lesen

Durch Analyse zum Streitende

„Friedensgutachten 2019“ erscheint dieses Jahr im Juni. Im Interview erzählt Dr. Margret Johannsen, wie man hilft, schwierige Konflikte zu lösen, und wieso auch wissenschaftliche Friedensarbeit dem Bohren dicker Bretter entspricht.   >> Artikel lesen

Warum Frieden möglich bleibt

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Margret Johannsen ist Wissenschaftlerin und Autorin. Sie hält eine Einstaat-Lösung im Nahostkonflikt für möglich.  >> Artikel lesen

Grüne Trendwende Europawahl 2019?

Die Grünen profitierten bei der Europawahl offenbar von der Schwäche der Großen. Dazu werden sie von jungen Menschen, die nach einer ökologischen Trendwende rufen, in bislang ungeahnte Höhen katapultiert. Welche Aussichten verspricht der Wahlausgang bei der Europawahl im vergangenen Mai für einen besseren, bewussteren Umgang mit der Umwelt?  >> Artikel lesen