Kopf, Geist und Psyche

Tschüss, Klinik: Die Auszeit-Ärzte

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Photo by Suliman Sallehi on Pexels.com

Wer sich als Arzt traut, eine Auszeit zu nehmen, ist Vorreiter. So sehen das zwei Mediziner, die genau das gemacht haben. Ein Jahr lang waren sie komplett raus. Wie realistisch ist die Möglichkeit für Ärzte, ein sogenanntes Sabbatical zu machen?

„Unserer Meinung nach sind Ärzte, die den Mut haben, eine Auszeit zu nehmen, Vorreiter. Sie haben verstanden, dass man eine Work-Life-Balance braucht, um langfristig zufriedener und belastbarer zu sein“, sagt Dr. Johannes Jansen heute rückblickend über das gemeinsame Sabbatjahr mit Dr. Luisa Rüter.

Den Ärzten war es wichtig, sich die Zeit für eine einjährige Auszeit zu nehmen. Nach ihrem ersten Jahr als Assistenzärzte kündigten sie die Arbeitsstelle und begaben sich auf eine einjährige Reise durch 17 Länder – fernab von ärztlichen Visiten, Arztbriefen, OP-Vorbereitungen und Entlassmanagement. Diese Entscheidung prägte den weiteren Weg des Paares: Sie lernten, wieder dankbar zu sein für Dinge, die hierzulande selbstverständlich sind.

Die Lücke im Lebenslauf

Der Gewinn durch eine längere Auszeit – oder auch ein Sabbatical – kann vielfältig geartet sein, wie Dr. Johannes Jansen mittlerweile weiß: „Es muss keine Langzeit-Reise sein. Manche wünschen sich mehr Zeit für Fortbildungen, andere wollen ihren Hobbys nachgehen oder sich selbst verwirklichen“. In seinem Fall ging es ums Reisen. Mit dem Traum auf eine mehrmonatige Weltreise wollten er und Dr. Luisa Rüter nicht bis zur Rente warten. Die Lücke im Lebenslauf nahmen sie gerne in Kauf. „Auf unserer Reise haben wir unzählige Erfahrungen machen dürfen, die unseren Horizont und unseren Blickwinkel aufs Leben verändert haben.“ 

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Der Teufel ist ein Loser

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Photo by Jose Vega on Pexels.com

Marius Kanner ist kein Angsthase. Aber er hat beinahe ständig und vor fast allem Angst. Denn Kanner leidet an Schizophrenie. Schon fast sein halbes Leben lang.

Die Hölle in seinem Kopf wird niemals zufrieren. Diese Hölle ist brandheiß. Der Mund atmet glühende Luft und lässt die Lunge unter den wabernden Hitzewolken ächzen. In der letzten Woche sah Marius Kanner ihn jede Nacht, den gezackten Spieß, der unter der behaarten Hufe aufleuchtet. In seinen Albträumen ist das keckernde Lachen des Teufels zu lebendig, als dass er tagsüber nur ein Gespinst seiner Vorstellung sein könnte. Da ist sich Kanner sicher.

Marius Kanner, der eigentlich anders heißt, geht bedächtig. Mit klobigen Schuhen tritt er in den Flur, auf seinem kurz geschnittenen braunen Haar einen großen weißen Kopfhörer. Der dunkle Parka verleiht dem noch jugendlichen Gesicht etwas Schweres. Kanners kräftige Finger zerren hektisch an den Schürsenkeln. „Die Schulferien waren schön. Es waren zwei Wochen lang fast keine Menschen im Bus“, erzählt er mir. Heute wird die Busfahrt für den Berliner wieder anstrengend. Bis er seine Arbeitsstätte erreicht. Dann ist er unter Freunden. 

In sich selbst eingesperrt

Seit Jahren kämpft Kanner gegen Schizophrenie. Die psychische Störung verzerrt seine Wahrnehmung. Ob im Bus oder an der Haltestelle: Menschen rufen in ihm ein tiefes Unbehagen hervor. Er ängstigt sich vor ihnen. Vor allem vor solchen, die durch ihn hindurch sehen können und alles über ihn wissen. Auch vor einigen Arbeitskollegen, die ihn manchmal kritisieren. Und vor der Hölle. Genauso wie davor, bald zu sterben.

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Methadon gegen den Hirntumor? Ein Hoffnungsschimmer in der Krebsforschung

Eine Mutter kämpft. Dass sie sich nicht scheut, auch um kleinste Erfolge zu ringen, beweist Claudia Schneider* (36) täglich, seit über 10 Jahren. Ihr Sohn Tim* leidet an einem Hirntumor. Heute ist Tim 13. Als ihr erstgeborenes Kind in den ersten Lebensmonaten beim Stillen immer wieder einen starren Blick zeigt und unversehens in einen tiefen Schlaf fällt, wenden sich die Eltern an den Hausarzt, der die Aussetzer für normal hält.  >> Artikel lesen

Veröffentlicht von Maria Köpf - Freie Journalistin

Seit einigen Jahren verbinde ich mein Studium der Germanistik und Judaistik mit meiner Liebe zur Sprache und der sprachlichen Vermittlung von Inhalten. Ich schreibe für Zeitschriften und Onlinemedien sowie für Vereine, Verbände und Institutionen.

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